

Berliner Verbau
Der Name leitet sich vom erstmaligen Einsatz beim Bau der Berliner U-Bahn ab. Häufig wird der Ausdruck Berliner Verbau als Synonym für Trägerbohlwand verwendet.Die Herstellung einer Trägerbohlwand erfolgt in zwei Schritten. Zunächst werden Vertikalträger (meist I-Walzprofile) entlang des künftigen Baugrubenrandes in regelmäßigen Abständen (ca. 1,5 - 3,0 m) abgeteuft. Bei lockeren Böden können diese eingerammt werden. Bei festeren Böden müssen Löcher vorgebohrt und die Träger eingestellt werden.
Parallel zu den sodann beginnenden Aushubarbeiten werden die Stahlträger mit Holzbohlen oder anderen Materialien (z.B. Spritzbeton, Stahlbeton-Fertigteile, Stahlelemente) ausgefacht.
Wie alle Verbauten kann auch die Trägerbohlwand erforderlichenfalls mit Gurten ausgesteift und rückverankert werden. Ansonsten ist der gesamte horizontale Erddruck von den Vertikalträgern über die Einspannung im Untergrund aufzunehmen.
Trägerbohlwände bieten sich an zur Sicherung von Baugruben und Böschungen über dem Grundwasserspiegel, insbesondere mit komplizierten Grundrissformen. Nach Fertigstellung der Arbeiten wird mit dem Verfüllen der Baugrube begonnen, die Ausfachungen Stück für Stück ausgebaut und zuletzt die vertikalen Träger gezogen.
